Montag, 18. September 2017

Mausetot im Mausoleum - Lotte Minck

Hier ist dieses Mal mehr Krimi als Komödie drin, das steigert die Spannung.


Loretta und die Sprache der Blumen

Autorin Lotte Minck hat hat mit "Mausetot im Mausoleum" den 9. Teil ihrer Krimödienreihe um Loretta Luchs geschrieben. Das Buch erscheint im Droste Verlag.



Ruhrpottpflanze Loretta Luchs ist unglücklich und frustriert. Ihr Freund Pascal hat sich von ihr getrennt und zieht aus, Loretta fühlt sich allein und verbringt die einsamen Nächte lieber bei der Spätschicht im Callcenter. Tagsüber braucht sie nun Ablenkung und findet es in ihrem neuen Hobby, der Fotografie. Ein Unbekannter schickt ihr mysteriöse Blumengrüße. Sie lernt den netten Stefan kennen, der ebenfalls Hobbyfotograf ist und sie verabreden sich zur gemeinsamen Motivsuche auf dem Friedhof. Im Mausoleum findet Loretta eine Leiche vor, genau wie es die Astrologin Stella ihr vorhergesagt hat. Doch dieses Mal hat Loretta die Nase voll und hält sich aus den Ermittlungen  raus. Aber als Pascal dann Opfer eines absichtlich herbeigeführten Verkehrsunfalls wird, beginnt sie den Rosenkavalier zu fürchten und ermittelt wieder in gewohnter Weise.

Dieser Band zeigt sich mal in einem anderen Licht als die bisherigen Bücher der Reihe. Der Humor tritt leise in den Hintergrund, denn Loretta ist todunglücklich, weil ihr Freund Pascal sich von ihr getrennt hat. Die Einsamkeit macht Loretta zu schaffen und der fröhliche Tonfall ist ihr so gut wie vergangen. 

Lotte Minck entführt ihre Leser in diesem Band auf einen Friedhof, es geht an Lorettas Arbeitsplatz bei der Sex-Hotline und wir erfahren, was bestimmte Blumen und Pflanzen für eine Sprache sprechen.   
Hier geht es dieses Mal um einen Stalker, der ohne Rücksicht auf Verluste seine Angebetete für sich gewinnen will. Leider ist Loretta das Ziel seiner Träume und sie versteht die geheime Sprache seiner Blumenbotschaften nicht. 

Lotte Minck hat es wieder geschafft, mich mit ihrem flotten Schreibstil und der abwechslungreichen Handlung an das Buch zu fesseln. Der Krimifall steht dieses Mal mehr im Vordergrund des Geschehens. Auch wenn ich einen Verdacht in Hinblick auf den Täter hatte, so haben mich die Erlebnisse bei der Astrologin, Pascals Unfall und die spätere Entführung Lorettas wunderbar unterhalten. Auch dieses Mal gibt es Situationskomik, wenn auch nicht ganz so umfangreich, denn Loretta leidet schrecklich. Und so leidet man mit ihr und freut sich, dass sie nicht aufgibt und ihre spitze Zunge auch in gefährlichen Situationen behalten hat. Denn Loretta ist wie sie ist und damit sorgen ihre bissigen Bemerkungen, die sie sicherheitshalber nur gedanklich äußert, erneut für humorvolle Momente und Lacherfolge.

Es gibt ein Wiedersehen mit bekannten Figuren aus den Vorgängerbänden, Frank mit seinem unvergleichlichen Ruhrpott-Slang ist natürlich auch wieder mit von der Partie und Erwin als Helfer in der Not mit seiner Doris.


Wer trotz eines Toten im Mausoleum und eines Stalkers über Lorettas Kommentare schmunzeln möchte, dem kann ich diese Krimödie nur ans Herz legen. Es ist ein tolles Wiedersehen für alle Loretta-Fans mit ihrer Kultfigur. Humor ist wenn man trotzdem lacht! 

***Herzlichen Dank für dieses Leseexemplar für die Leserunde bei lovelybooks!***





Hier findet ihr die von mir auf dem Blog rezensierten Vorgängerbände:

Montagsfrage # 55

 

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Jeden Montag veröffentlicht Buchfresserchen eine Frage auf ihrem Blog, die man dann innerhalb von 7 Tagen beantworten kann.


Liest du nur Romane oder auch Comics, Mangas etc.? Wenn ja, was reizt dich an gezeichneten Geschichten?


Die paar Comics aus meiner Jugend sind gegen die Masse der gelesenen Bücher eigentlich kaum der Rede wert. 
Aber ich hatte Comic-Hefte und habe sie geliebt.
Asterix, Peanuts, Donald Duck und Mickey Mouse waren meine favorisierten Hefte. Da haben mich einerseits die humorvollen Szenen und witzigen Gags laut lachen lassen und andererseits habe ich die von Hand gezeichneten Bilder und Illustrationen bestaunt und auch schon mal nachgezeichnet. Zeichentalent habe ich schon immer bewundert und die Aussagekraft dieser Zeichnungen, der Mimik der Figuren und die Fähigkeit, die Szenerie bildhaft darzustellen sind einfach wunderbar. Bilder haben nun mal eine ganz besondere Ausdrucksfähigkeit und üben einen Reiz aus, dem man sich nicht entziehen kann. 

Ich bewundere heute noch Wilhelm Busch mit seinem ausdrucksstarken Zeichentalent und seinen treffenden Texten mit viel Witz dahinter.

Für Mangas habe ich mich noch nie interessiert, auch wenn die Zeichnungen teilweise richtig toll sind. Wahrscheinlich gehöre ich mit meiner Generation auch nicht mehr zu der Zielgruppe und die Handlung ist auch nicht mein Fall.

Seit vielen Jahrzehnten bin ich ausschließlich in Romanen unterwegs. Es geht doch nichts über einen echten Roman, der Figuren und Schauplätze auch ohne Bild zu malen fähig ist. Der andere Welten zeigt, Emotionen beim Leser erwecken kann, die viel mehr sind als Lachnummern oder Slapstickeinlagen. 

Ich bin Romanleserin und Comics und Mangas gehören für mich eher zur Unterkategorie Heft und bildhafte Unterhaltung. Aber ich kann verstehen, dass viele sich von den Zeichnungen und Bildern angezogen fühlen und diese Geschichten verschlingen.

Wie seht ihr das?

Sonntag, 17. September 2017

Blogparade: Du und dein Blog

Steffi von angeltearz liest hat vor einiger Zeit eine Blogparade ins Leben gerufen, sie möchte damit dem neuerdings stark wehenden Gegenwind in der Bloggercommunity entgegen wirken. Denn eigentlich kämpfen wir ja hier mit unserer Buchliebe nicht gegeneinander, sondern verfolgen alle gemeinsam ein Ziel, nämlich über unsere gelesenen Bücher zu berichten. 

In dieser Blogparade sollen die Hintergründe der einzelnen Blogger dargestellt werden, nun habe ich auch endlich Zeit gefunden, mich diesen Fragen zu stellen. Blogbeiträge und die teilnehmenden Blogger sind über diesen Link ersichtlich: 

Du und dein Blog



1. Wer bist du? Stell dich vor!

Mein Name ist Barbara, ich bin glücklich verheiratet, habe zwei erwachsene Kinder und lebe am Stadtrand von Hannover. Dort fühle ich mich recht wohl, habe als meine Kinder noch klein waren in einer kirchlichen Kinderbücherei mitgearbeitet und lese seit ich lesen kann. Mal mehr und mal weniger, je nachdem was das Leben so alles für mich bereit hielt.


 


2. Seit wann bloggst du? Und wie bist du zum Bloggen gekommen?

Ich blogge seit Mai 2015 und die Vorgeschichte ist schnell erzählt.

Als meine liebste Buchhändlerin 2013 in Rente ging, fehlte mir ihr Rat sehr und so habe ich mir Rezensionen im Internet angesehen, immer in der Hoffnung auf tolle Bücher hingewiesen zu werden. 
Dabei entdeckte ich zunächst LovelyBooks und später Vorablesen und Wasliestdu. Dort habe ich mich angemeldet und meine eigenen Rezensionen geschrieben. 
Natürlich kannte ich Bücherblogs, aber Technik und ich, das passt nicht so gut zusammen! :-)
Aber neugierig war ich ja schon. 
 
Eigentlich wollte ich ja nur mal sehen, wie mein eigener Blog so aussehen könnte/würde und so habe ich einfach mal einen Blog zum Leben erweckt. Löschen kann man ihn ja immer, dachte ich damals noch. Aber dazu ist es
ja bislang nicht gekommen und ich wurschtele mich so durch das Blogger-Universum und habe Spaß daran.


3. Weiß dein Umfeld davon, dass du bloggst? Wenn ja, was sagen sie dazu? Wenn nein, warum nicht?

Einige meiner Freunde, ein paar liebe Nachbarinnen und natürlich meine Familie wissen von meiner Bloggerei, warum auch nicht? Nicht alle interessiert das natürlich brennend, aber es gibt auch durchaus Personen, die das "cool" finden oder auch einfach nur Tipps für gute Bücher bei mir einholen. Meine Follower sind jedoch ganz andere Personen, die ich meistens durch den Austausch über Bücher in den Buchcommunities kennen gelernt habe.  

Mittlerweile ist das Bloggen wirklich ein Teil von mir geworden, denn man braucht schon einige Zeit für die Posts. Aber mir macht es immer noch großen Spaß und das ist die Hauptsache.


4. Nutzt du Social Media? Und wie kann man dir folgen?

Auch wenn ich das mir früher kaum vorstellen konnte, so bin ich doch viel auf den verschiedenen Kanälen unterwegs. 
Ich informiere mich dort, lese Rezensionen und genauso stelle ich auch meine eigenen dort ein. 
Finden kann man mich neben meinem Blog auf Facebook, auf Lovelybooks, Vorablesen und bei Was liest du
Auch wenn ich Instagram und Pinterest sehr verlockend finde, so wird mir die Vernetzung dann doch zu viel. Weniger ist manchmal mehr, so halte ich es auch hier. 


5. Gibt es etwas, was dich an der Bloggerwelt stört? Und was würdest du dir wünschen? 

(Trau dich und sei ehrlich)

Es ist immer schwierig, im Internet seine Meinung zu äußern, sodass man auch von allen verstanden wird. Es gibt immer mal Kommentare, die meine Äußerung gar nicht nachvollziehen oder einfach falsch verstehen. Ich habe manchmal eine ironische Ader, die ich aber bei der Kommunikation im Netz versuche, völlig auszuschalten. Aber generell sollte man sich mit Respekt begegnen, andere Meinungen achten und keine negativ wertenden Urteile abgeben, dann ist es genau der Umgang, den ich anstrebe. 

Manchmal nervt es mich einfach, wenn auf meine Anmerkungen zu fremden Blogbeiträgen nicht reagiert wird. Nun muss das ja nicht immer geschehen, aber ab und zu wäre es doch ganz schön. Auch ich antworte nicht jedesmal, aber ich versuche es doch zumindest, manchmal geht eben eine Antwort durch die Lappen. Aber das ist menschlich. 

Ich wünsche mir ein neidloses Bloggerdasein, keine Eifersüchteleien bei Rankings und das Gönnen-Können, wenn Buchreziexemplare nicht allen zuteil werden können.  

6. Und was magst du an der Bloggerwelt?

Den Austausch über Bücher finde ich toll. Die Vielzahl von Buchrezensionen ermöglichen mir, selbst eine Auswahl darunter zu finden. Man lernt die Meinung und das Leseverhalten anderer Blogger einzuschätzen und kann daran erfassen, ob einem das Buch ebenfalls liegen würde. Das erspart auch eine Menge Sucherei und Leserei von Klappentexten etc.

Ich mag besonders die daraus entstandenen Bücher-Freundschaften und das Interesse der Personen aneinander. Man merkt, wenn jemand privat Probleme hat, erkundigt sich und tröstet oder grüßt wenigstens. Ich finde, das macht das Social Media viel persönlicher und es gibt so einige Freundschaften, die zwar nur im Netz bestehen, aber deswegen nicht weniger herzlich sind als echte.

Ich liebe Gewinnspiele, daher veranstalte ich auch selbst welche und nehme gern bei anderen Verlosungen teil. Im Moment ist mein SuB aber zu hoch! :-(


7. Liest du auch außerhalb deines eigenen "Blogbereiches" oder liest du als z. B. Buchblogger nur Buchblogs?

Meistens sind es Buchblogs, aber sehr gern lese ich auch Kochblogs, Strickblogs, Style- und Schminkblogs auch ab und zu, außerdem welche über Reisen und Backen. 

8. Vernetzen ist wichtig. Hast du Lieblingsblogs? Zeig mal!

Es gibt einige Blogs, die ich regelmäßig lese. Folgende Blogs sind meine hauptsächlich aufgesuchten Blogs, mit denen ich häufig Kontakt über Kommentare habe. Mit einigen liege ich nicht nur literarisch auf einer Wellenlänge, sondern es verbindet sogar eine Art von Seelenverwandtschaft.


                                              Printbalance

                                              Meine kleine Welt



                                               
                                                               Mamenus Bücher

                                             Mein kleines Bücherzimmer

Abschliessend möchte ich mich gerne noch bei meinen Followern bedanken. Ohne euch wäre es langweilig, so aber bringt ihr mir mit euren Kommentaren eine Menge Motivation, Freude und Input. Schreibt mir also gern weiter eure Fragen, Reziwünsche und Tipps! 

Herzliche Grüße, Barbara

Samstag, 16. September 2017

Die erstaunliche Wirkung von Glück - Susann Rehlein

Erstaunlich ja, Glücksgefühle nein! 



Susanne Rehlein schrieb ihren Roman "Die erstaunliche Wirkung von Glück" 2015 und er erscheint im Dumont Verlag.

Dorle lebt in einer Berliner Villa im Souterrain in der ehemaligen winzigen Concierge-Wohnung, drahtet in Heimarbeit Kristalle für Kronleuchter zusammen und putzt Treppenhaus und Eingangsbereich für die älteren Mitbewohner. Mit der Wohnung scheint sie auch die Aufgaben einer Concierge geerbt zu haben, dabei hat sie dafür keinen Vertrag und auch keine Bezahlung.
Ihre Kindheit verlief recht schwierig, sie wurde geschlagen und lebte eine Zeit im Kinderheim. Bis sie Joe trifft, der ihr den Job besorgt und auch die winzige Wohnung.





Susanne Rehlein erzählt eine eigenartige, manchmal märchenhaft anmutende Geschichte über das Glück. Die besondere Protagonistin Dorle und ihre schrulligen Mitbewohner haben schräge Angewohnheiten und es kommt zu komischen Erlebnissen. 
Dorle lebt zurückgezogen, ist eine graue Maus ohne Freunde und Bekannte und ihr einziges Highlight des Tages ist der Gang zum Schlachter, wo sie sich ein Mettbrötchen holt. 
Dann erscheint Frau Sonne wie eine gute Fee und bittet Dorle gegen Bezahlung, ihre Wohnung zu hüten und Aufgaben zu erledigen, die ihr per Fax zugehen.


Die Senioren in der Villa sind sehr unterschiedlich, manche verhalten sich halbwegs liebenswürdig, andere sind aufdringlich und behandeln Dorle wie eine Dienstbotin. Stets soll sie putzen, Einkäufe tragen, fegen und für Ordnung sorgen. Sie lässt das mit sich machen, entwickelt dabei eine Art, die ich nicht nachvollziehen kann. Ihr Helfersyndrom lässt sie sogar Beleidigungen schlucken und ihr minderes Selbstwertgefühl kann man sich kaum für eine junge Frau ihren Alters vorstellen. Die Erlebnisse im Haus sind aber nicht nur furchtbar und demütigend, es gibt auch Situationen, bei denen man lachen kann. Die Aktion mit den Topfpflanzen ist so eine. 
  
Der einzige Sympathieträger ist für mich Joe, alle anderen Figuren sind schwierig zu verstehen. Alle Personen werden nicht sehr tief gezeichnet. Auch Joe nicht, man merkt ihm nur seine Gefühle für Dorle an, deswegen redet er viel, lässt sich von Dorle aber auch zurückweisen. Was für ein gutmütiger Mann, der eine Menge Geduld mit Dorle hat. Auch Frau Sonne kann man nicht wirklich mögen. Sie spielt zwar die vermeintlich Gute im Roman und plant eine Veränderung für Dorle, aber ich habe das Gefühl, sie hat ihren Spaß daran, jemanden zu bevormunden. Die Aufgaben, die Dorle zum Glück verhelfen sollen, sind z. B. Massagen bekommen, Hefezöpfe zu backen oder in guten Restaurants bezahlte Dates zu treffen. Und das soll helfen? Wenn man das Alter von Dorle in Betracht zieht, so kann man das kaum glauben. Junge Leute gehen tanzen, Wellen surfen, auf Festivals und treffen andere junge Leute. Hier findet aber das Aschenputtel Dorle ihr Glück unter alten Menschen. In einer gewissen Weise ist das ansprechend und märchenhaft, aber mir fehlt hier der realistische Bezug zum wahren Leben. 

Das Ende ich vorhersehbar. Bis Dorle sich allmählich aus ihrer Verklemmtheit, Unsicherheit und Zurückgezogenheit löst und weiterentwickelt, zieht sich die Geschichte ganz schön in die Länge. Auch bemerkt man bei der lethargisch wirkenden Dorle keine Stimmungshochs, sie vermisst Joe, aber wenn er da ist, hält sie ihn weiter auf Abstand. Das ist etwas übertrieben und ziemlich nervig.


Susanne Rehlein hat einen besonderen, melancholisch wirkenden Sprachstil, der gut zu Dorles spezieller Welt passt. Ich habe die ungewöhnlichen Erlebnisse gern gelesen und mich ein wenig amüsiert. Aber die Charaktere haben ich mir nicht richtig erschlossen und Dorles Weg war nicht unbedingt fesselnd.

Hier wurde auf recht spezielle Weise ein Mensch therapiert, der sich zurückgezogen hat. Inwieweit diese Theapie angemessen ist, mag ich nicht beurteilen. Mein Glücksgefühl wurde jedoch nicht richtig angesprochen. 
"Die erstaunliche Wirkung des Glücks" ist ein Buch, dessen Sprachstil ich gern gelesen habe, aber inhaltlich frage ich mich, wieso man Dorle dieses Glück nicht anders beibringen kann. 


 
Dieses Buch hat eine besondere, märchenhafte Art und die melancholische Stimmung passt gut zum Thema. Dennoch ist mir manches zu vorhersehbar und das Glück stellte sich bei mir nicht ein.
   



 

Freitag, 15. September 2017

Todesreigen - Andreas Gruber

Ein rasant geschriebener Thriller mit vielen Toten, verwirrenden Zeitsprüngen und einem zu offensichtlichen Motiv. 


"Todesreigen" ist der 4. Band einer Thrillerreihe um Maarten S. Sneijder von Andreas Gruber. Die Reihe erscheint im Goldmann Verlag.

Mehrere ehemalige BKA Beamte begehen Suizid, nachdem ein Familienmitglied gestorben ist. Die Beamten verbindet ein gemeinsames Geheimnis, dass von mächtigen Hintermännern bis heute gedeckt wird. Die Ermittlungen werden verhindert, wo es nur geht. Aber Sabine Nemez macht sich auf die Suche nach den Hintergründen dieser ominösen "Gruppe 6" und bittet den vom Dienst suspendierten Porfiler Maarten S. Sneijder um Hilfe. Der rät ihr vehement vom Fall ab, doch Sabine lässt sich nicht abbringen und verschwindet kurz darauf von der Bildfläche. 


Auch wenn Todesreigen bereits der vierte Band einer Reihe ist, kann man durchaus mit diesem Band beginnen, denn man findet nach und nach in die personellen bestehenden Verbindungen hinein.

Der Prolog startet mit einer spektakulären Aktion auf der Autobahn. Ein Falschfahrer soll durch mutige LKW Fahrer aufgehalten werden. Dieser rasant erzählte Beginn des Buches hat mich auf das weitere Buch sehr neugierig gemacht und die Spannungskurve enorm hoch angelegt. 

Die Geschichte wird mit mehreren Handlungssträngen erzählt, einmal die Ermittlungsschiene durch Sabine Nemez und ihre Kollegin Tina und den gerade aus dem Gefängnis entlassenen Hardy, der eine lange Freiheitsstrafe für die Tötung seiner Frau und Kinder verbüßt hat. Dieser ist nach eigener Aussage unschuldig und sucht nun die vermeintlichen Täter von damals. 
Es sieht nach einem Rachezug aus, denn schon bald pflastern Leichen von beteiligten Personen seinen Weg. 
Hardys Erzähllinie führt mehrfach in die Vergangenheit, dabei wechseln die Rückblenden äußerst häufig und mit Überschriften versehen, dennoch musste ich mich immer wieder neu orientieren, um aktuelles und vergangenes Geschehen gedanklich zu trennen. Das hatte zur Folge, dass die Spannungskurve jedesmal einknickte. 
Auch führen die zahlreichen Todesopfer, brutalen Kämpfe und die Not der gepeinigten entführten Sabine Nemez zu einer kaum enden wollenden Flut an gewaltätigen Vorkommnissen. Auch wenn ein Thriller von solchen Taten lebt, hatte ich das Gefühl, in eine Endlosschleife geraten zu sein, die Spuren führten zu einem Motiv, das offensichtlicher kaum angedeutet werden konnte. Die Hintersmänner sind einflussreich und vertuschen soviel sie können.

Die Figuren haben mir dagegen sehr gut gefallen, sie sind ausdrucksstark und verschiedenartig angelegt. Reine Äußerlichkeiten sind jedoch nicht häufig mit eingeflossen und so kann man sich selbst ein Bild von den Personen machen. Mir haben besonders Sabines Gedanken sehr gut gefallen, damit bringt Gruber etwas Schwung in die Befragungen.

Sneijder tritt erst relativ spät in Erscheinung, da ich die Reihe mit diesem Band beginne, hat er mir allerdings auch nicht gefehlt. 
Mein Augenmerk galt Hardys mutigem Einmischen und Sabines Überlebenskampf und ich habe ihre aktionsreiche Verfolgung gespannt mitverfolgt. Allerdings hätte man dieses Buch auch gut kürzen können, für meinen Geschmack hatte es einige Längen.  




Wer diese Reihe kennt, muss diesen Band ebenfalls lesen. Ich hätte mit einer gestrafften Handlung die Geschichte viel gefesselter verfolgen können. 

***Dieses Thriller wurde mir vom Goldmann Verlag über das Bloggerportal Randomhouse zugeschickt, vielen Dank dafür!*** 




Freitags-Füller # 55






 

Dies ist ein Projekt von Barbara von  Scrap-Impulse

Ein kleiner Lückentext zum Ausfüllen.

 

1. Ist denn jetzt eigentlich noch Sommer, schon Herbst oder was eigentlich?    


2. Ich habe ein Rezept für coq au vin gefunden, und würde es gerne mal kochen, allerdings isst mein Mann nicht gerne Geflügel.

 

3. Am liebsten mag ich gerade eine leckere Kürbissuppe, die passt so richtig gut in den Herbst.

 

4. Ich habe gar keine Lust auf eine Herbstdekoration, da muss ein Hokkaido vor der Haustür reichen. Habe ich nicht noch einen dauerhaften Türkranz im Keller, ich muss direkt mal suchen.

 

5. Socken an den Füßen müssen jetzt wieder sein und bald hole ich meine Filzpuschen aus dem Schrank.

 

6. Alle Wege hinterlassen Spuren könnte der Titel eines Buches über mein Leben lauten. 


7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf einen Leseabend, denn der Chor fällt weiterhin aus, morgen habe ich einen Shoppingbummel für Stiefel geplant und Sonntag gehen wir mit Freunden zu einem Brunch.  

 

Und was macht ihr so? 

 

Donnerstag, 14. September 2017

Top Ten Thursday # 33

 


Donnerstag ist TTT Top Ten Thursday bei Steffis Bücher Bloggeria. Worum geht es beim TTT? Es geht um Listen, eigentlich um Bücherlisten und jeden Donnerstag gibt es eine neue Aufgabe/Frage bei der man seine persönliche Top Ten zusammenstellen kann.

Das aktuelle Thema dreht sich heute um bestimmte Buchtitel, es lautet:
 

10 Bücher, die ihr niemals (weiter)lesen würdet

 

Puh, das ist aber echt ein unangenehmes Thema!

Bei dieser Aufgabe geht es also um ungeliebte Bücher, egal aus welchen Gründen. Ob einem nun der Schreibstil des Verfassers nicht gefällt oder das Genre nicht liegt, oder ob man ein Buch einfach nur abgebrochen hat, weil es langweilig erscheint oder schlicht nervt. Jetzt ist die Stunde der Wahrheit und hier sollen diese Bücher erscheinen. 
Nun muss ich dazu sagen, dass mir solche Verunglimpfungen gar nicht liegen.   Außerdem möchte ich mir nicht viele Gedanken über ungeliebte Bücher machen.
Wenn Bücher nerven, sind sie für mich abgehakt. Da kommt dann auch nichts mehr. Ich gehe deswegen nur allgemein auf diese Frage ein.

Ich lese nicht: 

- Vampirgeschichten

- Horrorbücher

- (manche) Fantasybücher 

- Geschichtsbücher als reines Sachbuch

- einige Comics (Mickey Mouse und Asterix sind ok)

- sämtliche Mangaserien 

- Science Fiction 
 
- seichte Frauenromane wie von Sophie Kinsella

- Bücher mit fehlerhafter Rechtschreibung und Grammatik  

- Bücher, in denen der Kern oder die Aussage des Buches vor lauter literarischen Ergüssen nicht erkennbar ist. Zuletzt ging es mir mit "Das Sandkorn" so. Ich musste das Buch abbrechen. 


Wie habt ihr diese Frage beantwortet?