Mittwoch, 21. Februar 2018

Falsche Austern - Catherine Simon

Und wieder ein Volltreffer! 

Dieser Krimi zeigt Normandieflair, Kunsthandel, Eifersucht und Integrationsprobleme!

Sabine Grimkowski schreibt als Catherine Simon die Krimireihe um Kommissar Leblanc.                                                                                                      In ihrem 4. Band "Falsche Austern" schickt sie ihn in die Kunstfälscherszene und verwickelt ihn in Probleme von Algerienfranzosen. Die Reihe erscheint im Goldmann Verlag.
Honfleur, Normandie: Albert Barat, der Leiter des Kunstmuseums unternimmt eine kleine Segeltour entlang der Küste. Er braucht dringend Ablenkung von seinen quälenden Gedanken, denn vor zwei Tagen hat er erfahren, dass das bedeutendste Gemälde seines Museums, »Stillleben mit Austern und Zitrone«, eine Fälschung ist. Außerdem fühlt er sich verfolgt. Als Barat sein Segelboot betritt, trifft ihn ein tödlicher Schuss aus dem Hinterhalt. Kommissar Jacques Leblanc übernimmt den Fall, ist aber nicht ganz bei der Sache, da er unter Liebeskummer leidet. Und das hat beinahe fatale Folgen ...

 
Diese Krimireihe aus der Normandie mag ich sehr und ich bin wieder einmal Leblancs turbulentem Privatleben und seinen Ermittlungen gerne gefolgt. Seine Freundin Marie hat einen neuen Mann, ein unscheinbarer Typ, der sich als indirekter Nachfahre von Napoleon vorstellt. Jacques ist furchtbar eifersüchtig und versucht dem Rivalen das Leben schwer zu machen und Marie wieder ganz für sich zu gewinnen. Wie er das macht, ist äußerst amüsant zu beobachten und er geht dabei mit viel Raffinesse vor. Schliesslich ist er ja Kommissar und kennt einige Tricks.
Jedoch leidet unter seinem Liebeskummer auch seine Aufmerksamkeit für die laufende Mordermittlung. Außerdem wird Leblanc von oberster Polizeiebene zur Zusammenarbeit mit einem junge Kollegen, Luc Pennard aus Le Havre verdonnert. Die bessere Zusammenarbeit der Dienststellen soll für höhere Aufklärungsquoten sorgen. Dabei ist Leblanc lieber im Alleingang unterwegs und es passt ihm gar nicht, seinem Kollegen über jede neue Erkenntnis und jeden Schritt zu unterrichten. Aber er fügt sich, in Gedanken ist er sowieso mehr bei Marie. Als ihn dann auch seine Mutter aus Kamerun besucht und ihren 13jährigen Stiefsohn Dayo mitbringt, ist Jacques mehr als genervt. Doch auch hier gewöhnt er sich an den Jungen und nimmt ihn sogar auf Ermittlungseinsätze mit. Heimlich natürlich!
Das Mordopfer Albert Barat war nicht nur anerkannter Museumsleiter, er hat sich auch als Nachfahre von Algerienfranzosen sehr für die Integration von Bewohnern aus dem Maghreb stark macht. Catherine Simon lässt nicht nur Eindrücke über die Kunstfälscherszene und den internationalen florierenden Handel mit Duplikaten berühmter Gemälde in ihren Krimi einfliessen. Sie vermittelt auch tiefe Einblicke in die Problematik von Migranten der zweiten Generation. Sie zeigt das Leben von Algerienfranzosen und die Probleme von chancenlosen Jugendlichen aus den Maghrebstaaten, die gegen die französische Gesellschaft rebellieren. Der ideale Nährboden für islamistischen Terror und organisiertes Verbrechen.
Aber wer ist denn nun für den Mord verantwortlich? Sind es kampfbereite Gewaltäter aus der islamistischen Szene oder doch eher Kunstfälscher? 
Wieder sorgt die ausgewogene Mischung zwischen Ermittlungsgeschehen und Privatleben für gute Unterhaltung. Die Spannung bleibt dabei nicht auf der Strecke und die Einblicke in Migration und Kunstszene sorgen für den nötigen Tiefgang. 
Dieses Buch ist absolut genüsslich zu lesen. Mir liegt der angenehme, ruhige Erzählstil von Catherine Simon und ich mag die charmanten Charaktere. Eine unblutige Handlung vor dem Flair der Normandie mit der französischen Küche sind weitere Bausteine für diesen perfekt gestrickten Krimi.
 

Dienstag, 20. Februar 2018

Neuzugänge # 73

Im Frühjahr und damit pünktlich zur Buchmesse in Leipzig gibt es wieder haufenweise Neuerscheinungen, die den Buchmarkt überschwemmen. Da kann die Wunschliste schon mal ellenlang werden, aber was nützt ein übervoller SuB, wenn man nicht alles lesen kann. 

Ich suche mir sehr gezielt meine Bücher aus, bei Reihen halte ich mich generell etwas zurück. 
Aber es gibt eben auch Reihen, die ich sehr gut finde und unbedingt weiter verfolgen muss, hier seht ihr nun das Ergebnis meiner Zurückhaltung! :-)



Vom Piper Verlag habe ich den neuen Alpenkrimi von Nicola Förg mit dem Titel "Rabenschwarze Beute" erhalten. Bei der Autorin bewundere ich immer die vielen eingebrachten Umweltthemen oder andere aktuelle Probleme unserer Gesellschaft. Ob nun Hundehandel, Gülleproduktion oder Forstwirtschaft und Jagdwesen, man lernt bei ihren regionalen Krimis immer etwas dazu. Aber ich mag auch ihre Ermittlerinnen Irmi Mangold und Kathi Reindl. 

Inhalt: 
In "Rabenschwarze Beute" (Band 9) wird zu Silvester ein Architekt erschossen, der sich für den Vogelschutz engagierte. Er wetterte gegen Sommerfeuerwerke, gegen Böllerschützentreffen und gegen Windkraftanlagen. Damit machte er sich auch viele Feinde und das erschwert die Ermittlungen. Als ein vierjähriges Kind, die Tochter einer Modebloggerin, verschwindet, finden sich plötzlich Verbindungen zu einem 10 Jahre zurückliegenden Fall. 


Über das Bloggerportal erreichte mich der 4. Fall für Kommissar Leblanc "Falsche Austern" aus der Feder von Catherine Simon. Die Buchreihe erscheint im Goldmann Verlag und die Handlung spielt in der Normandie, dort weiß man zu leben und vor allem, gut zu essen. Das Essen spielt in diesen Krimis meistens eine große Rolle, denn der Ermittler isst sehr gern. Wobei mir Austern nicht ganz so zusagen, aber der Krimi liest sich gewohnt interessant und vermittelt Einblicke in das Leben von Algerienfranzosen, aber auch in die Kunstszene.


Inhalt: 
Albert Barat, Leiter des Kunstmuseums unternimmt eine kleine Segeltour entlang der Küste. Er braucht dringend Ablenkung von seinen quälenden Gedanken, denn vor zwei Tagen hat er erfahren, dass das bedeutendste Gemälde seines Museums, »Stillleben mit Austern und Zitrone«, eine Fälschung ist. Außerdem fühlt er sich verfolgt. Als Barat sein Segelboot betritt, trifft ihn ein tödlicher Schuss aus dem Hinterhalt. Kommissar Leblanc übernimmt den Fall, ist aber nicht ganz bei der Sache, da er unter Liebeskummer leidet. Und das hat beinahe fatale Folgen ...


Und noch ein weiteres Buch ist bei mir eingezogen. Ich hatte bei vorablesen mit meinem Leseeindruck Glück und bekam das Buch "Kühn hat Ärger" von Jan Weiler aus dem Piper Verlag zugeschickt.



Mein Eindruck der Leseprobe: 
Martin Kühn ist mit seinem Kollegen Steierer auf der Suche nach dem Mörder eines jungen Mannes.
Die Ermittlungen führen ihn in die Welt der Reichen und Schönen. Das ist gar nicht seine Welt und die harmonische Ebene, die ihn hier erwartet scheint auch nicht normal zu sein. Was wird hier gespielt? Denn so nett und hilfsbereit es hier auch scheint, es ist ein junger Mann erschlagen worden. Ein ausländischer Mitbürger, der der Freund der Tochter des Hauses war. Hat die Familie etwas gegen die Beziehung gehabt?
Der Erzählstil ist unterhaltsam, detailgenau wird hier beobachtet und man erlebt die Dinge aus nächster Nähe mit.


Alles Bücher, die ich mir sehr gewünscht habe. Nun brauche ich nur genügend Lesezeit! :-)


Liebe Grüße und habt eine gute Woche! 
 


Montag, 19. Februar 2018

Libellenschwestern - Lisa Wingate

Unglaublich berührender und dramatischer Roman über die tiefe Verbundenheit zwischen Geschwistern. Besonders der wahre Hintergrund ist dabei so erschreckend.

 

Lisa Wingates Roman "Libellenschwestern" erscheint als deutschsprachige Ausgabe 2018 im Limes Verlag

Memphis, Tennessee:
1939 lebt die 7-köpfige Familie Foss auf dem Mississippi als Flußzigeuner auf einem Hausboot. Queenie, die Mutter von vier Mädchen Rill, Camellia, Lark, Fern und einem Sohn, Gabion, liegt in den Wehen, die Geburt ist kompliziert, denn sie erwartet Zwillinge. Ohne ärztliche Hilfe wird sie die Geburt nicht schaffen, also bringt sie ihr Mann Briny in ein Krankenhaus. Die fünf Kinder bleiben im Boot allein zurück und werden von Mitarbeitern in ein Waisenhaus der Tennessee Childrens´s Home Society in Memphis gebracht. Den Kindern wird erzählt, dass die Eltern sie bald wieder abholen werden und sie fügen sich in ihr Schicksal. Rill hat mit ihren 12 Jahren das Versprechen abgegeben, auf ihre Geschwister aufzupassen. Doch sie hat mit Schwierigkeiten zu kämpfen, die sie nicht erahnen kann. 



Dieser Schicksalsroman basiert auf wahren Gegebenheiten und zeigt das Ausmaß an tragischen Ereignissen verschiedener Personen, in diesem Fall am Beispiel einer fiktiven Familie und ihren 5 Kindern, die ein einfaches Leben auf einem Hausboot auf dem Mississippi führen.

Die Tennessee Childrens´s Home Society unter der Führung von Georgia Tann war ein grausames Kapitel in der Waisenhaus- und Adoptionsgeschichte von Memphis in den 20er bis 50er Jahren. Unter dem Deckmantel der Fürsorge für arme, unerwünschte und vernachlässigte Kinder, wurden Babies und Kleinkinder durch Späher ausgesucht, ihren Eltern abgeluchst oder sogar verschleppt, um dann gegen Geldzahlungen an adoptionswillige Eltern verkauft zu werden. Die Heime wurden nicht kindgerecht geführt und niemand ging den wahren Machenschaften der geldgierigen Kriminellen nach, der Skandal wurde selbst von höheren Regierungskreisen unterstützt. Offiziell wurden armen Kindern ein neues Heim und bessere Lebensbedingungen geboten. Aber eigentlich war das nur Kinderhandel in übelster Art und Weise und es betraf Tausende von Kindern, die nie wieder in ihre Familien zurück kehrten. 

In ihrem Roman arbeitet Lisa Wingate die schrecklichen Schicksale dieser den Familien entrissenen Kinder auf.

Dazu stellt sie in einem Handlungsstrang das Leben auf dem Hausboot und die Entführung und den weiteren Verlauf der Kinder der Familie Foss dar. Es sind schöne, bildhafte Darstellungen von der Natur, vom Leben auf dem Fluss, von Armut und Familienleben und dem engen Zusammenhalt der Geschwister, aber auch sehr betroffen machende Schilderungen durch die Verschleppung ins Waisenhaus und den schlimmen Machenschaften vor Ort.


Circa 70 Jahre später macht Avery Stafford, eine junge Juristin, in einem Altenheim eine ungewöhnliche Entdeckung. Ihr Libellenarmband, ein Familienerbstück, wird von der über 90jährigen Bewohnerin May als ihres erkannt. Diese Erkenntnis bringt Avery dazu, sich auf die Suche nach dem dahinter liegenden Familiengeheimnis zu machen, denn ihre Großmutter ist an Demenz erkrankt und von ihr sind keine Informationen zu erfahren. Avery kommt zu erschütternden Erkenntnissen, die auch ihr eigenes Leben verändern werden.

Mich hat diese Geschichte sehr berührt und ich habe insbesondere mit Rill und den anderen Kindern mitleiden müssen. Es ist schwer zu glauben, wie herzlos und ohne jegliche Schuldgefühle Giorgia Tann und ihre Mitarbeiter mit den Kindern umgingen und sie wie eine Handelsware auf dem "Markt" zu Geld machten. Der Autorin lag sehr an einer Publikmachung dieses Skandals und das ist ihr mit ihrer Aufarbeitung in Romanform ausgesprochen gut gelungen. 

Wie hier die kindliche Protagonistin Rill/May ihre inneren Kämpfe ausfechtet, um ihre Geschwister zu schützen, ist überaus beeindruckend und überzeugend dargestellt. Sie allein vermag es nicht, sich gegen die Mitarbeiter zu wehren, auch wenn sie es noch so gern möchte. Die ständige Angst um die Geschwister und die Strafen im Heim hat man als Leser dauernd vor Augen und man möchte sie am liebsten beschützen.
Dieses Bild von Kinderheimen setzt sich dauerhaft fort, es wird nicht nur im amerikanischen Heimen solche Machenschaften gegeben haben, das ist nach dieser Lektüre das schlimme Resümee. Man kann nur hoffen, dass heutige Jugendämter mehr Kontrolle ausüben.

Die Nachforschung Averys sorgt für den neueren zeitlichen Bezug, man möchte mit ihr hinter das Geheimnis ihrer Großmutter kommen. Es gibt noch eine eher nebensächlich verlaufene Liebesgeschichte, die sich nicht so sehr in den Vordergrund drängt.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr detaillreich, bildhaft und lebendig gestaltet, man findet sich in Rills kindlicher Sichtweise wieder und erkennt ihre Liebe zu den Geschwistern sehr genau. Ebenso deutlich wird auch der Zwiespalt von Avery in ihrer Verantwortung für den guten Ruf ihrer Familie. Doch im Ganzen folgt man viel gespannter Rill und ihren Erlebnissen.  

Das Ende klärt einige Ungereimheiten auf, es führt Menschen zusammen und kann doch die Lücken der Familien nicht endgültig schliessen. 


Ein Schicksalsroman, der den Leser teilhaben lässt an kindlichen Schicksalen und der besonders die tiefe Verbundenheit zwischen Geschwistern sehr gut zeigt. Von mir eine volle Leseempfehlung, denn so etwas darf sich nicht wiederholen. 


***Herzlichen Dank für dieses Leseexemplar aus dem Limes Verlag, ich habe es von Buecher.de als Buchflüsterin erhalten!***




Sonntag, 18. Februar 2018

Finde mich - bevor sie es tun - J. S. Monroe


Verwirrende Verknüpfung von psychischer Gewalt, Gefangenschaft und Agententhriller


J.S. Monroe ist das Pseudonym von Jon Stock, der Thriller "Finde mich - bevor sie es tun" ist sein erstes Buch, das im Blanvalet Verlag erscheint.  

Cromer Pier, Großbritannien: Rosa Sandhoe ist eine junge Frau und nimmt sich mit einem Sprung ins tosende Wasser das Leben, kurz zuvor hat sie ihren Vater verloren. Doch hat sie wirklich die Trauer in den tragischen Tod getrieben? Selbst als bereits fünf Jahre vergangen sind, kann Rosas Freund Jar immer noch nicht an einen Selbstmord glauben und hofft immer noch auf ein Lebenszeichen von Rosa. Schliesslich bekommt er eine Nachricht von Rosa: Finde mich, Jar. Finde mich, bevor sie es tun …


Ist Rosa wirklich noch am Leben oder ist das nur der Wunschgedanke ihres Freundes Jar? Sieht er Gespenster oder nur Bilder seiner eigenen Fantasie? Man kann es als Leser nicht genau einschätzen und so wirkt das Ganze dann auch sehr spannend und geheimnisvoll. Darin liegt aber auch gleichzeitig meine Kritik.

Diesem Thriller muss man sehr aufmerksam folgen. Es gibt zwei zeitliche verschiedene Handlungsstränge aus der Sicht von Jar, die immer wieder eine neue Sicht auf die Vorkommnisse bringen, doch die Gesamtheit ist lange Zeit nicht klar. Später werden Briefe von Rosa eingebunden und zusätzlich noch grausame Szenen von Tierversuchen gezeigt. Auch die Einbindung von Geheimdienst und die aussichtslos erscheinende schlimme Situation einer Gefangenen sorgen für zusätzlichen Thrill und halten die Spannungskurve recht hoch.
Mich hat das allerdings alles sehr verwirrt und ich weiß gern, worum es in der Handlung genau geht. Mit den einzelnen Schilderungen wird von Monroe eine unheimliche und ungeklärte Stimmung verbreitet, die irgendwann nicht mehr mein volles Interesse hatte. Es erscheint alles zu diffus und die Einblicke in Verhaltensforschung, die Anwendung von Psychopharmaka und die widerwärtigen Versuchszwecke konnten mich nicht packen. Mit Guantanamo und Waterboarding kommen noch weitere grausame Eindrücke hinzu.

Was dabei deutlich wird, hier ist ein Psychopath am Werk, dessen Beweggründe man nicht verstehen kann. Auch die Charaktere haben mich nicht überzeugt, weil ich mich ihnen nicht nahe fühlen konnte. Lediglich die kursiv gezeigten Szenen der Gefangenschaft Rosas haben mich geschockt und mitgenommen.

Wobei ich sagen muss, dass der Autor den Leser wirklich hinters Licht führt und auch das Ende hat mich überrascht und bei mir zu einem erlösenden Aufatmen gesorgt.

Die Vermischung von Beziehungsgeschichte, Psychostory und Agententhriller sind eine interessante Idee, mir hat das nicht so gefallen. Es wird einfach versucht, viele Bereiche abzudecken und ich fühlte mich dadurch und durch die Psychospielchen überfordert und der Täter war mir auch am Ende ein Rätsel.

Es ist schon ein Thriller mit einem faszinierenden Psychothrill, dennoch konnte mich das Buch einfach nicht packen.


***Herzlichen Dank an den Blanvalet Verlag und das Bloggerportal, die mir dieses Reziexemplar zugeschickt haben!***




Freitag, 16. Februar 2018

Nirgendwo in Afrika - Stefanie Zweig

Liebeserklärung an Afrika vor dem Hintergrund des 2. Weltkrieges

Kultureller Brückenschlag toll erzählt

Stefanie Zweig emigrierte mit ihren Eltern 1938 nach Kenia und schrieb darüber 1995 ihren Roman "Nirgendwo in Afrika". Das Buch erscheint im Heyne Verlag. Die Verfilmung durch Caroline Link bekam den Oscar im Jahr 2003 als bester ausländischer Film.

Regina erlebt das Abenteuer der Emigration nach Kenia an der Seite ihrer Eltern, die 1938 Oberschlesien verlassen müssen. Als Juden werden sie Opfer der Verfolgung durch die Nationalsozialisten. Rasch erliegt Regina dem Zauber Afrikas und findet eine neue Heimat. 
 


Dieses Buch hat mich schon vor Jahren sehr fasziniert, denn das Leben der Familie Redlich im fernen Afrika wird darin eindringlich beschrieben. Den Eltern gelingt das Eingewöhnen sehr schwer, zu sehr hängen sie an ihrer Vergangenheit in ihrer alten Heimat und die Sorge um ihre jüdischen Freunde und Verwandte ist groß. Es wird schnell klar, wie schwer es dadurch in einer neuen Welt fällt, dort etwas neu aufzubauen und Wurzeln zu schlagen. Die dabei entstehenden Konflikte mit Traditionen, Erziehung und emotionalem Heimweh machen einen Neuanfang problematisch. Die ältere Generation flüchtet vor einer ungewissen Zukunft in eine Scheinwelt. Nur die Kinder können sich mit der neuen Situation unbelastet von Erinnerungen arrangieren und die neue Heimat annehmen.

Dabei findet Regina einen neuen Freund und innigen Vertrauten, den Hausboy Owour, der ihr Afrika, seine Menschen und die Natur näher bringt.
Das unterstreicht Stefanie Zweig mit ihren bildhaften, recht poetischen
Vergleichen. 
"Stimmen, so hoch wie der Ruf eines Vogels, der die ersten Regentropfen auf den Flügeln fühlt!" 
Solche Sätze zeigen die Naturverbundenheit der Schwarzen, zu der Regina dank Owour Zugang findet.
 


Gern hätte ich noch mehr über das Leben der Kenianer selbst gelesen, es wird jedoch mehr die eigene Vertriebenengeschichte aufgearbeitet.

Viele Hintergründe der Jahre 1938-1959 ergeben ein klares Bild sowohl aus jüdischer Sicht als auch aus Sicht der Menschen in der Nachkriegszeit. Wie die Familie Redlich ihren Weg geht, ist eine Möglichkeit und wie Regina diese Zeit erlebt, macht Hoffnung auf Neuanfänge und eine positive Vergangenheitsbewältigung.


Ein eindringliches Buch, das Brücken schlägt zwischen Völkern und Kulturen. Es zeigt wie gerade Kinder für neue Wege offen sind. Stefanie Zweig ist mit diesem Buch ein persönliches Ansinnen gelungen, diese Brücken aufzuzeigen. 
 
 

Freitags-Füller # 77



  
    

 

Immer wieder kommt ein neuer Freitag ... und damit der Freitagsfüller! 

 

Dies ist ein Projekt von Barbara von  Scrap-Impulse

Ein kleiner Lückentext zum Ausfüllen.

 

1. Die Kombination von Lesen und Bloggen benötigt eine Menge Zeit, man muss aufpassen, dass sich beide Themen nicht behindern. Denn es soll ja ein Hobby bleiben.

 

2. Die derzeitigen Wetterbedingungen mit Sonne, blauem Himmel und klarer kalter Luft sind herrlich, graues Einerlei ist überflüssig.

 

3. Pizza mit Oregano und Käse also Margherita esse ich am liebsten und die erinnert mich so herrlich an unseren Urlaub auf Ischia. 


4. Das graue Einerlei mit Regen steckt mir in den Knochen und ich finde es auch total ungemütlich.

 

5. Ich sag besser nicht, und da wäre ich mal wieder beim Thema Politik, was ich von den Regierenden denke.

 

6. Bisher habe ich die Olympischen Winterspiele noch gar nicht verfolgt, ich habe es gar nicht so auf dem Schirm.

 

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf eine schöne Chorprobe (endlich mal wieder) morgen habe ich einen Kabarett-Besuch geplant und Sonntag möchte ich bei meiner Tochter Waffeln mit heißen Kirschen essen.



Und welche Pläne habt ihr für das Wochenende gemacht? Seid ihr noch im Schnee aktiv oder lieber Couchpotatoe mit Buch? :-)

Liebe Grüße (von der Couch)!

 

Donnerstag, 15. Februar 2018

Top Ten Thursday # 46




                       


Donnerstag ist TTT Top Ten Thursday bei Weltenwanderer.  Worum geht es beim TTT? Es geht um Listen, eigentlich um Bücherlisten und jeden Donnerstag gibt es eine neue Aufgabe/Frage bei der man seine persönliche Top Ten zusammenstellen kann.


 
Das aktuelle Thema lautet heute:

"Valentinstag - Deine 10 liebsten Liebesgeschichten" 

Ich bin in letzter Zeit eine echte Romanleserin geworden, dazu gehören auch eine Menge Liebesromane. Hier die 10 besten Titel rauszupicken ist ganz schön schwer. Nach einigem Suchen und Schieben habe ich mich für diese entschieden:

 

- Sommer in St. Ives von Anne Sanders Rezi 

 

- Heute fängt der Himmel an von Kristin Harmel Rezi


- Mirabellensommer von Marie Matisek  Rezi

- Unsere Seelen bei Nacht von Kent Haruf  Rezi

- Frühlingsglück und Mandelküsse von Emilia Schilling Rezi 

- Die Blütensammlerin von Petra Durst-Benning  Rezi

- Wenn das Leben Loopings dreht von Theresia Graw Rezi

 

Milchkaffee – Das Glück der Liebe: Roman  Susanna Ernst Rezi
Bildergebnis für Milchkaffee – Das Glück der Liebe: Roman


Nach ihm die Sintflut von Jule Maiwald Rezi



- Ziemlich unverbesserlich  Frauke Scheunemann Rezi




Welche Romane habt ihr als Valentinsbücher ausgewählt?