Mittwoch, 31. Mai 2017

Lesemonat Mai 2017


Meine gelesenen Bücher im Mai 2017!


Der Mai war für mich ein toller Monat, gefüllt mit schönen Erlebnissen! Er begann mit einem erholsamen Urlaub auf Ischia, in der Zeit habe ich auch ordentlich Büchernachschub erhalten. Dann kamen einige Geburtstage, die gefeiert wurden und wettertechnisch waren so manche schöne Lesestunden auf der Terrasse in der Sonne/im Schatten drin. 

In den Ferien konnte ich endlich mal ein paar Bücher vom SuB lesen, die ich dort auch gleich weiterreichen konnte an andere Urlauberinnen. Geteilte Freude ist doppelte Freude! :-)





Im Mai habe ich insgesamt 20 Bücher gelesen.    


Hier kommt die gewohnte Auflistung in Genres. Es siegen im Mai ganz klar die Romane mit 8 gelesenen Büchern, die Krimis folgen mit 6 Titeln. Jeweils ein Krimi und ein Thriller konnten mich richtig mitreißen, das gab natürlich 5 Sterne. 


 

Die Genre - Übersicht: 

Krimi:                      6
Thriller:                    2
Roman:                    8
Histor. Roman:          0
Hörbuch:                  0
Kochbuch:                2
Sachbuch:                1        
Kinderbuch:              0
Booksnack:                     1
Von diesen 20 Büchern habe ich 5 Titel mit 5 Sternen bewertet. Das ist nicht sehr viel, aber die Messlatte liegt ja auch entsprechend hoch. Hier sind die Spitzentitel noch einmal einzeln aufgelistet. Vielleicht habt ihr davon auch schon etwas gelesen. 



Hier sind die Spitzenreiter:

- Smart Cooking von Björn Freitag

- Fünf am Meer  von Emma Sternberg  

- Engelsstimme von Arnaldur Indridason

- Gewürze von Lior Lev Sercarz

- Der Näher von Rainer Löffler



Worüber ich mich besonders freue: auf meinem Blog habe ich inzwischen 120 Follower!  Wow, was für eine Zahl!
Dafür bedanke ich mich ganz herzlich! 

Für meine 36 Posts im Mai gab es 6160 Aufrufe. Das finde ich enorm! 



Was habt ihr so alles gelesen und welche Spitzenbücher habt ihr entdeckt? Ich bin gespannt auf eure Bücher im Mai und verabschiede mich dieses Mal mit einem Foto aus Procida! 

Liebe Grüße
Sommerlese! 

 



Tote Hunde beißen nicht - Dietrich Faber

Der erste Band war um Längen besser


"Tote Hunde beissen nicht" ist der dritte Band der Henning Bröhmann Reihe von Dietrich Faber aus dem Rowohlt Verlag.

Kommissar Henning Bröhmann reist mit seinen Eltern, den beiden Hunden und seinen Kindern aus der hessischen Provinz nach Berlin. Gemeinsam mit seinem Vater besucht er eine Beerdigung, bei der jemand angeschossen wird. Aus dem erhofften Urlaub mit seinen Kindern wird jedoch nichts, denn kurz darauf verschwindet sein Vater in der Heimat spurlos und Henning macht sich auf die Suche und kommt auf eine unschöne Geschichte.




Nachdem mir der erste Band so toll gefallen hat, habe ich mich schon auf Bröhmann und seinen neuen Fall gefreut. Mit etwas Dialekt gewürzt, einigen lustigen Szenen und einem Kommissar, dessen Frau im Knast sitzt, hatte ich hohe Erwartungen an das Buch. 

Auch dieses Mal liest sich das Buch sehr humorvoll, man kann sich über die Bemerkungen von Bröhmanns Kindern amüsieren, der Vater ist wieder besserwisserisch wie man ihn kennt und es gibt auch einige unerwartete skurile Charaktere, die sehr schräge Ideen und Aktionen starten.

Doch leider ist die Krimihandlung äußerst dürftig, es geht vor lauter Nebensächlichkeiten doch die Spannung flöten.


Mir gefällt Bröhmann trotz seiner doch recht unfähigen polizeilichen Ermittlungserfolge, denn er ist einfach ein lieber Kerl und macht es sich mit der Erziehung seiner Kinder nicht leicht und versucht ihnen die Mutter zu ersetzen. Auch seine Angst um seinen verschwundenen Vater ist spürbar, er ist eben ein echter Familienmensch.

Was Dietrich Faber hier allerdings an Nebenfiguren so anbietet, ist schon eher Klamauk zu nennen. Hier überbieten sich die Charaktere fast an schrullenhaftem Verhalten und ich finde sie recht überzeichnet.
Was mich aber am meisten stört, ist die Tatsache, das hier ein Mobbing-Opfer auch noch als Prügelknabe der Polizei herhalten musste und am Ende auch einige Fragen offen geblieben sind.


Ich habe das Buch sehr unterhaltsam gefunden, hätte mir aber mehr Krimitiefgang gewünscht


Dienstag, 30. Mai 2017

Im Land der Mafiosi - Thomas Kowa

Wo sind hier die Mafiosi?

"Im Land der Mafiosi" ist eine Kriminal-Kurzgeschichte von Thomas Kowa, die 2016 bei booksnacks.de erschienen ist.

Ein Heiratsschwindler ist auf einem Kreuzfahrtschiff in italienischen Gewässer um Neapel auf Beutefang unterwegs. Dort hat er eine reiche Baroness ins Auge gefasst, aber deren jüngere Begleitung Iris gefällt ihm natürlich um Längen besser. Aber das Geld der Baroness lockt ihn enorm, damit kann er sich auf Dauer zur Ruhe setzen.


Diese Geschichte ist in 5 Minuten gelesen, sie ist unterhaltsam, ein wenig humorvoll und das Ende kann man sich leider schon denken.

Auch wenn es als Krimi deklariert ist, ist es in echt keiner. Hier geht es mehr um die Gedanken des Heiratsschwindlers und sein Verhältnis zu den Frauen. Wie die allerdings mit ihm umgehen, ahnt er natürlich nicht. Aus Angst vor Taschendieben und kriminellen Aktionen verlässt der Mann das Kreuzfahrtschiff nicht, er bleibt lieber in der Nähe seiner Kabine, bei seinem versteckten, ergaunerten Vermögen.

Warum dann hier sogar im Titel noch die Mafiosi bemüht werden, hat sich mir nicht erschlossen. Die Camorra kommt hier gar nicht zum Zuge.



Die Geschichte ist insgesamt sehr seicht, ich hatte mir mehr davon versprochen.

Als Unterhaltung für zwischendurch aber geeignet.


Ein Jahr auf dem Land - Anna Quindlen

Leider nicht so mein Geschmack

Anna Quindlen schrieb 2014 ihren Roman "Ein Jahr auf dem Land", 2017 erscheint das Buch im Penguin Verlag auf dem deutschen Buchmarkt.

Rebecca Winter ist 60, von ihrem Mann geschieden, der erwachsene Sohn braucht sie nicht mehr, und als Künstlerin ist sie nicht mehr gefragt. Als Fotografin konnte sie lange Zeit von ihren Erfolgen leben, das ist langsam vorbei. Sie hat Geldsorgen und vermietet hr luxuriöses New Yorker Apartment, um fern der Stadt auf dem Land zu leben. Findet sie hier berufliche Inspiration und ihr persönliches Glück? 





"Hoffnung ist ein seltsames Ding. Ganz anders als die Liebe, Angst oder Hass. H. ist ein Gefühl, von dem man erst merkt, dass es da war, nachdem man es verloren hat." Zitat Seite 215


Rezension enthält Spoiler!

Was war das denn? Meine anfängliche Begeisterung ebbte immer mehr dahin. Viele nichtssagende Szenen machten das Buch langweilig und Rebecca habe ich irgendwie nicht näher kennengelernt.

Mit einigen vergnüglichen Erlebnissen zeigt die Autorin anfangs Rebeccas Leben in ihrem einfachen Häuschen, es nistet sich ein Waschbär auf ihrem Dachboden ein, sie kennt den Dachdecker Jim Bates, der eine Lebendfalle aufstellt, das Tier fängt, Rebecca fotografiert das posierliche Tierchen und statt es irgendwo auszusetzen, erschießt Jim es.

Für Rebeccas Leben erweist sich dieser Ortswechsel als positiv, sie findet viele neue Fotomotive und lebt gern auf dem Land. Aber interessiert sie sich wirklich für die Natur oder die Menschen hier? Ich hatte leider nicht das Gefühl. Auch ihre Fotografien kommen mir wie eine einfache Knipserei vor, kaum vorstellbar, dass jemand damit große Erfolge erzielen kann. Das Leben auf dem Land wird anschaulich beschrieben, allerdings auch in einer sehr umständlichen und ausschweifenden Art und Weise.

Anna Quindlen erzählt in einer schönen und treffenden Sprache, ihre Botschaft soll wohl ermutigen und den Neuanfang und das Glück für ältere Menschen hervorheben. Mich hat Rebecca aber eher nicht erreicht. Ich konnte keine Beziehung zu ihr aufbauen und nur von Quindlens Sprache allein, kann ein Roman nicht leben. Er braucht Tiefe, sowie Charaktere, die den Leser mitnehmen und den Funken überspringen lassen. Das hat hier bei mir leider nicht geklappt.
 

Ermutigend und hoffnungsvoll, so würde ich dieses Buch positiv nennen. Doch richtig ergriffen hat es mich nicht. Müssen denn immer Beziehungen die Leben retten? Ich hatte erwartet, hier mehr über die Fotografie zu lesen.  

***Vielen Dank an den Penguin Verlag und das Blogger-Portal für dieses Reziexemplar. Leider konnte mich die Geschichte nicht packen! ***




Gemeinsam lesen # 13






Diese Aktion findet ihr jeden Dienstag bei Schlunzen-Bücher.  


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?




Zur Zeit stecke ich in dem Roman "Ein Jahr auf dem Land" von Anna Quindlen und bin auf Seite 187.
 

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?


"Rebecca hatte die Fotos von den Kreuzen ausgedruckt, die ihr jedes Mal, wenn sie damit arbeitete, noch besser gefielen, und sich einen Thunfisch-Käse-Toast mit dem Hund geteilt, den sie, wie sie zu iher Schande gestehen musste, "Hund" nannte, wenn sie mit ihm redete."  



3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Klappentext: 
Rebecca Winter steht an einem Wendepunkt: Von ihrem Mann geschieden, für den erwachsenen Sohn längst entbehrlich, und als Künstlerin hat sie ihren Zenit überschritten. Jahrelang lebte die berühmte Fotografin von den üppigen Einkünften eines Schnappschusses, doch nun ist der Geldstrom versiegt. Notgedrungen vermietet sie ihr luxuriöses New Yorker Apartment und zieht für ein Jahr in ein kleines Haus fernab der Stadt. Der unfreiwillige Landaufenthalt wird kein Spaziergang im Central Park – und doch beschert er Rebecca nicht nur die langersehnte neue Inspiration, sondern auch eine unverhoffte Liebe und den Mut, unbekannte Wege zu beschreiten ...  

Dieser Roman ist wunderschön erzählt und zeigt, wie man auch im Alter seinem Leben durch einen Neubeginn erst die richtige Wendung und Erfüllung geben kann. Ein Wohlfühlroman mit schönen Szenen, witzigen Momenten, der aber im Moment etwas vor sich hin plätschert. Hoffentlich reißt das Ende das wieder raus!
 
4. Sparst du einen gewissen Betrag für jedes gelesene Buch, um dir davon neue Bücher zu kaufen? viele Seiten lest ihr im Durchschnitt in einem Monat? Oder hast du darüber zumindest schonmal nachgedacht? Frage von Ankaszz

Ganz einfache Antwort: Nein!  

Wenn ich ein Buch haben möchte, kaufe ich es mir so. Ich habe auch noch mehrere Gutscheine, die auf Einlösung warten, doch erst kommen immer die Reziexemplare an die Reihe, Buchwünsche erfülle ich nur zwischendurch von Zeit zu Zeit mal.


Wie sieht es bei euch aus? 

Liebe Grüße
Sommerlese!
 

 

Montag, 29. Mai 2017

Der Freund der Toten - Jess Kidd

Der Erzählstil hatte mehr Potential als die Handlung


Der Roman "Der Freund der Toten" ist das Debüt von Jess Kidd und erscheint im Dumont Verlag
 
Der irische, charmante Gelegenheitsdieb und Hippie Mahony geht davon aus, dass seine Mutter ihn 1950 in einem Waisenhaus in Dublin abgegeben hat. 26 Jahre später erfährt er aus einem Brief, Andeutungen, die ganz anders lauten. Was geschah damals wirklich? Er fährt nach Mulderrig, um seiner eigenen Geschichte auf die Spur zu kommen. Sein Auftreten beschert ihm die Blicke der Frauen, Männer und Fromme werden mistrauisch. Nur die alte Mrs Cauley hilft ihm, sie ist davon überzeugt, dass Mahonys Mutter ermordet wurde. Doch wie sollen sie nach sovielen Jahren noch Informationen von den Dorfbewohnern bekommen. Sie bekommen Hilfe von Toten. 





"Große Farne hatten sich rings um den Jungen entrollt, Baumwurzeln hatten ihn umschlossen, und Efeu hatte ihn geschwind eingehüllt. Äste hatten sich tief über seinen winzigen Kopf gebeugt und einen Blättersegen über ihn geschüttelt. Maulwürfe hatten sich blind und entschlossen durch den Boden gegraben und mit ihren kräftigen Krallen um ihn herum Erde aufgehäuft, " Zitat Seite 9 
 
Meine Rezension enthält Spoiler!

Im irischen Dorf Mulderrig sind Fremde nicht unbedingt willkommen, noch weniger ist es Mahony, der auf Frauen zwar charmant wirkt, aber doch etwas Beunruhigendes an sich hat. 
Er besucht das Dorf, um die wahren Hintergründe des Verschwindens seiner Mutter vor 26 Jahren zu erfahren. Aber die Dorfbewohner schweigen. Das facht die Entschlossenheit Mahonys nur um so mehr an und er versucht, sogar mit außergewöhnlichen Mitteln an die Informationen zu kommen. Er besitzt die Gabe, mit Toten sprechen zu können.

Neben einer poetischen fast märchenhaften Erzählweise, Spannung und schwarzem Humor bietet das Buch eine tolle Story mit ungewöhnlichen Charakteren und ausgiebigen Landschaftsbeschreibungen. Ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen, dass so viel Abwechslung zu bieten hatte.
Diese ungewöhnliche Mischung aus Spannung, Fantasy und Märchen ist einfach einmal etwas anders und überrascht ungemein. 

 
Auch mit ihrer wunderbar poetischen Erzählweise hat mich Jess Kidd gepackt. Sie vermag es Bilder mit Worten zu malen und das gelingt ihr besonders gut in den Landschaftsbildern. Es gibt singende Holzwürmer, tanzendes Sonnenlicht, die leuchtende Feder eines Feuervogels und einige Besonderheiten mehr. Von diesen Bildern konnte ich nicht genug bekommen. Doch die Autorin beschreibt auch einige Grausamkeiten, die ich erschrocken und verwundert zur Kenntnis genommen hebe, wie das monströses Küken oder andere tierische Barbareien. Ich weiß immer noch nicht, was ich davon halten soll. Auf jeden Fall schafft die Autorin mit ihrer Erzählkraft eine unglaubliche Atmophäre, die mich gefesselt hat. Was ich allerdings von der bunten Mischung verschiedenster Genres nicht behaupten kann. Der Inhalt enthält kriminalistische Ansätze, Fantasy, schwarzen Humor, mystische Figuren und übernatürliche Fähigkeiten. Das erfordert vom Leser schon eine gewisse Fähigkeit, Wahrheit und paranormale Dinge nicht zu hinterfragen, sondern die gemeinsame Koexistenz als gegeben hinzunehmen. Ich bin sehr realistisch und daher haben sprechende Tote bei mir auch keine Chance.

Protagonist Mahony befragt auf seiner Suche nach der Wahrheit über seine Mutter nicht nur die Dorfbewohner, sondern auch die verstorbenen Figuren, mit denen er dank einer besondere Gabe kommunizieren kann. Wer nun lebendig oder tot war, hat sich mir nicht immer eindeutig erschlossen.
Daher bin ich bei diesem Werk mit meiner Beurteilung auch eher zwiegespalten.

Da es sich um ein Debüt handelt, gebe ich noch gerade 4 Sterne. Dieser Erzählstil ist etwas ganz besonderes und ich möchte gern mehr von der Autorin lesen. Vielleicht findet ihr nächstes Buch mal realistischere Anklänge, denn hier ging es doch recht speziell zu. Auch die Tierquälereien haben in Romanen nichts zu suchen.
 


***Herzlichen Dank an buecher.de für die Übersendung eines Leseexemplares! Ich habe mich sehr darüber gefreut!***


Samstag, 27. Mai 2017

Der Näher - Rainer Löffler

Ein extremer, fesselnder Thriller mit abstrusem Hintergrund


Der Thriller "Der Näher" ist der dritte Teil der Reihe um Fallanalytiker Martin Abel. Die Reihe von Autor Rainer Löffler erscheint im Bastei Lübbe Verlag. 

Fallanalytiker Martin Abel wurde nach den letzten lebensgefährlichen Fällen von seinem Chef in eine etwas passivere Rolle gedrängt, er bildet junge Polizisten aus. Das ist jedoch nicht sein Ding und schliesslich schickt ihn der Chef ins ruhige Gummersbach. Dort liegen zwei Vermisstenfälle vor. Die Suche nach den Hintergründen der schwangeren Frauen wird jedoch alles andere als reine Routine und harmlose Aufklärung. Abel gerät erneut in eine brisante Geschichte, die seinesgleichen sucht.



Dieses Buch ist mein erstes von Rainer Löffler und so lerne ich Martin Abel kennen, der sich in die Psyche von Menschen hineindenken kann wie kein anderer. Ich hatte keine Probleme, mich ohne Vorkenntnisse in die Geschichte hineinzudenken. 

Abel wird zur Unterstützung nach Gummersbach geholt und aus seiner Perspektive erfahre ich die Fakten im Fall der vermissten Frauen. Aber es gibt noch weitere Perspektiven, die mir das Blut gefrieren liessen, nämlich die der Opfer und des Täters. 

Rainer Löffler schreibt in einem sehr lebendigen und temporeichen Schreibstil, der sich hervorragend lesen lässt. Man hat nicht nur die Szenerie bildhaft vor Augen, sondern auch die schrecklichen Situationen der Opfer und die bizarre Welt des Täters. Gruseliger und fesselnder geht es kaum. Der Plot wirkt nicht sehr konstruiert, wobei der realistische Hintergrund schon sehr außergewöhnlich und bizarr ist. Dieser Thriller ist nichts für Zartbesaitete, aber es ist durchaus auszuhalten. Hier behauptet sich ein deutscher Autor mal gekonnt gegen seine amerikanischen Kollegen, bei denen die Dramatik und die Brutalität ja auch recht hoch angelegt ist.

Der Hauptprotagonist Martin Abel ist ein interessanter Charakter, mir hat sehr imponiert, wie tief er in den Fall gedanklich eintaucht und dabei private Dinge ausblenden kann. Aber auch seine Kollegin Doris Stange finde ich super, sie ist tough, körperlich unerwartet einsatzfähig und riskiert schon mal eine kesse Lippe, die mich mehrfach erheitert hat. Solche Ermittler braucht ein Thriller, wenn er komplett begeistern soll.
 
In diesem Buch gibt es viele Passagen, die sich in den Gedanken des Täters und auch des Fallanalytikers Abel abspielen. Dadurch tastet man sich langsam an die schwierige Hintergrundgeschichte des Täters heran und entdeckt gemeinsam mit Abel die gruseligsten Einzelheiten aus dem Täterleben. Eine fast unvorstellbare medizinische Sonderbarkeit liefert den Grund für die psychopathische Art des Täters. Dieser Thriller ist fesselnd, grausam und er erfordert starke Nerven, denn hier geht es in die tiefsten Abgründe der menschlichen Psyche und der medizinischen Abstrusitäten. 
 


Ein außergewöhnlicher Thriller mit einem etwas abstrusen Hintergrund, den ich nur harten Thrillerlesern empfehlen möchte. Aus diesem Holz müssen Thriller geschnitzt sein, um volle 5 Sterne zu verdienen. 


***Dieses Buch habe ich auf lovelybooks gewonnen! Herzlichen Dank dafür an den Bastei Lübbe Verlag!***




Freitag, 26. Mai 2017

Freitags-Füller # 39



 

 

Dies ist ein Projekt von Barbara von  Scrap-Impulse

Ein kleiner Lückentext zum Ausfüllen.

 

1. Bei Milka fällt mir auf Anhieb die lila Kuh ein, die früher als Reklamegag für die Schokoladenmarke ein Symbol wurde.

 

2. Wenn man sich Modezeitschriften ansieht, gibt es dort selten noch alltagstaugliche Kleidung, das meiste ist selten tragbar und eher sehr spektakulär. 


3. Ich verstehe nicht, was die vielen Schnapsleichen am Vatertagstag vom Volllaufenlassen haben, die Natur und Landschaft geniessen sie auf keinen Fall.


4. Wirklich gute Literatur, Filme und Mode erkennt man besonders an einem entscheidenden Merkmal: Sie ist zeitlos.

 

5. Das Gefühl von Unverständnis habe ich, wenn ich von den abscheulichen, menschenverachtenden Gewalttaten höre.   

 

6. Aqua-Joggen ist wie für mich gemacht.



7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf einen gemütlichen Abend, morgen habe ich Einkaufen und Fenster putzen  geplant und Sonntag werde ich vielleicht eine kleine Radtour unternehmen, das hängt allerdings vom Wetter ab.

 

Was macht ihr so? Ich wünsche euch auf jeden Fall ein schönes Wochenende! 


Donnerstag, 25. Mai 2017

Top Ten Thursday # 23



Donnerstag ist TTT Top Ten Thursday bei Steffis Bücher Bloggeria. Worum geht es beim TTT? Es geht um Listen, natürlich um Bücherlisten und jeden Donnerstag gibt es eine neue Aufgabe/Frage bei der man seine persönliche Top Ten zusammenstellen kann. Schaut doch einfach mal vorbei!

Das heutige Thema lautet:

10 Bücher, deren Titel mit einem "K" beginnen:

 
Dieses Mal hatte ich die Qual der Wahl, denn ich habe aus einer Auswahl von gut 20 Titeln auswählen können. 

Meine Auswahl:
 

Almstädt, Eva - Kalter Grund 1
  
Zindel, Mireille - Kreuzfahrt
  
Bauer, Christian - Klara Klühs und die weiße Jade

Kirschblüten und rote Bohnen

Durian Sukegawa

Kruse, Tatjana - Kreuzstich, Bienenstich, Herzstich   

Baldursdottir, Kristin Marja - Kühl graut der Morgen
 
Pauly, Gisa - Kurschatten 7     


Durst-Benning, Petra - Kräuter der Provinz


Krabbenbrot und Seemannstod

Cornelia Kuhnert 


Habt ihr Gemeinsamkeiten auf eurer Leseliste? 
Ich wünsche euch einen schönen Feiertag, den Vätern natürlich einen angenehmen Vatertag! Hier lädt das Wetter zum Lesen ein. 

Liebe Grüße, eure Sommerlese!




Mittwoch, 24. Mai 2017

Biete Krise, suche Glück - David Foenkinos

 

Wenn das Pech dich verfolgt

 
Der Penguin Verlag verlegt 2017 David Foenkinos Roman "Biete Krise, suche Glück" in einer Übersetzung von Christian Kolb. Die deutsche Erstausgabe erschien 2014 unter dem Titel "Zurück auf Los".

Es geht um den 50-jährigen Bernard, ein ruhiger Bankangestellter, verheiratet und Vater einer Tochter. Halt ein ganz normaler Durchschnittsbürger.
Es beginnt damit, dass seine Tochter auszieht. Dann gerät seine Ehe mit Nathalie in eine Krise und sie verlässt ihn. Mit einem Schlag ist das gewohnte Leben Bernards vorbei, eine Katastrophe jagt die nächste und das Pech verfolgt ihn. Er verliert seinen Job, zieht aus der gemeinsamen Wohnung aus und muss zu seiner Schande nun wieder bei seinen Eltern unterkriechen - in seinem alten Kinderzimmer findet er eine Bleibe. Wie geht es nun weiter mit ihm?
 
 


Dieses Buch beschreibt einen stinknormalen Mann in den besten Jahren, der durch einige persönliche Wendungen in seinem Leben aus der Bahn geworfen wird.
Der Schreibstil hat mich sehr überrascht, denn Foenkinos hat einen erstaunlichen Erzählfluss, der sich aus einer interessanten Mischung aus Melancholie, Tiefgründigkeit und Humor zusammensetzt.
Dabei beschreibt der Autor genüsslich Einzelheiten aus dem Leben Bernards, jeder Fehltritt, jede Stimmung, jedes Erlebnis wird peinlich genau ausgebreitet.

"Ich hatte nichts mehr. Und das sollte erst der Anfang sein."
Zitat Bernards Seite 65


Bernards Pechsträhne rührt mich an, ich fühle mit ihm wie er so sein Innerstes nach Außen kehrt und den Leser an seinen tiefsten Gedanken Anteil nehmen lässt. Doch das hat allerdings auch lustige Züge, denn einiges hat er sich mit seiner etwas trotteligen Art selbst zuzuschreiben.

Als sich seine Frau von ihm trennt, kommt Bernard zu dem Schluss:
"Nach so vielen Jahren der Leichtigkeit mit seiner Frau... Leichtigkeit geht ja spielend in Sorglosigkeit über; und Sorglosigkeit in Gleichgültigkeit gegenüber dem anderen." Zitat Seite 105

Er zieht zu seinen Eltern, die scheinbar in geordneten Bahnen nebeneinander herleben. Doch die Einzige, die ihn aufbaut und wieder Mut macht ist seine Tochter.
In der Familie sind nicht alle aus demselben Holz geschnitzt. Wir bilden ein seltsames Häuflein, ein "genetisches Mysterium". Zitat Seite 157

Irgendwann beginnt endlich die erhoffte Selbstfindung und Bernard wagt einen etwas wackeligen Neuanfang.   
 
Dieses Buch unterhält mit einer ganz besonders spritzigen Leichtigkeit, die gelungene Mischung aus Melancholie und Humor macht den speziellen Reiz der Geschichte aus.  
 
 
***Herzlichen Dank an den Penguin Verlag und an das Blogger-Portal für dieses Buch! Ich habe mich sehr darüber gefreut!*** 

 

Mörderischer Freitag - Nicci French

Leider eine echte Enttäuschung

 

"Mörderischer Freitag" ist der 5. Band der Thriller-Reihe von Autoren-Duo Nicci French. Die Reihe erscheint im Penguin Verlag.

Frieda Kleins Ex-Lebensgefährte Sandy wird ermordet in der Themse aufgefunden. An seinem Handgelenk trägt er ein Patientenarmband mit ihrem Namen. Frieda ist tief getroffen und wird Tatverdächtige angesehen. Doch bevor es zur Anklage kommt, hat Frieda Klein sich abgesetzt und ermittelt auf eigene Faust.


Bei dieser Buchreihe bin ich mit diesem Band, immerhin Nr. 5,  sozusagen als Quereinsteiger eingestiegen. Keine gute Idee, wie sich beim Lesen herausgestellt hat. 

Aber von vorn. Der Thriller beginnt mit einem grandiosen Prolog, in dem das Kind Kitty die Hauptrolle spielt. Leider ist im folgenden Buch nie wieder die Rede von dieser Kitty. 

Der erste Mordfall geschieht und die Spuren des Ermittelnden Detectives Hussein und Bryant führen zu Dr. Frieda Klein. Sie war vor einiger Zeit mit dem Toten liiert, hatte sich aber von ihm getrennt. War sie wirklich die Täterin?
Bis zu diesem Zeitpunkt war ich noch voll bei der Sache und der Thriller zog mich mit sich. Doch dann begann Frieda Klein, die von der Polizei für schuldig gehalten wird, selbst zu recherchieren. Sie taucht unter und irrt scheinbar ziellos durch London, sucht Bekannte des Toten auf, die sie befragt. 

Diese Frieda Klein ist für mich eine merkwürdige Person, sie wird in diesem Buch leider nicht näher beschrieben, aber sie nahm wie selbstverständlich den Platz der Protagonistin ein. Eine Figur, die auf mich so unbeschrieben wirkt wie ein leeres Blatt. Hier stellte sich mir die Frage, ob man diesen Band ohne Vorkenntnisse überhaupt lesen kann. Ich widmete mich weiter Friedas Ermittlungen, nebenbei hätte ich gerne selbst mitgerätselt, aber die weiteren Figuren erschienen wie aus dem Hut gezaubert und so verwirrte mich das Ganze mehr und mehr. Wer ist diese ominöse Figur von Dean Reeve? Leider muss die Lösung dieser Frage in Teil 1-4 versteckt sein. 

Erschwerend kam noch die Geschichte mit Frieda als Kindermädchen hinzu, dort gibt es den 2-jährigen Ethan, dessen Reifezustand leider so gar nicht seiner Altersklasse entspricht. Hier fehlt den Autoren wohl der echte Vergleich mit Kindern diesen Alters. 


Ich konnte weder Lesespaß, geschweige denn echten Thrill bei diesem Buch fühlen. Daher vergebe ich nur zwei Sterne, denn ehrlich gesagt, ich bin richtig enttäuscht. 

***Ich bedanke mich beim Verlag und beim Blogger-Portal für dieses Buch, auch wenn es mich leider nicht überzeugen konnte.***


Dienstag, 23. Mai 2017

Gemeinsam Lesen # 12






Diese Aktion findet ihr jeden Dienstag bei Schlunzen-Bücher.  


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?





Ich lese gerade "Biete Krise, suche Glück" von David Foenkinos und bin auf Seite 79. 

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?


"Meine Mutter öffnete mir die Tür. Als sie meinen Koffer sah, welche Kombinationsgabe, begriff sie sofort."  



3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Dieses ist mein erstes Buch von David Foenkinos, der Autor wird hat in Frankreich schon großen Erfolg gehabt und gilt als charmanter Geheimtipp der französischen Buchszene.

 

Dieses Buch zeigt die Geschichte eines 50-jährigen Mannes, der nach einer Trennung seinen Job verliert und nun wieder bei seinen Eltern in sein ehemaliges Kinderzimmer einziehen muss. 
Bisher habe ich schon viele eigentlich tragische Szenen miterlebt, die aber so geschrieben sind, dass man darüber schmunzeln muss. Der Autor schreibt leicht zynisch und spart nicht mit witzigen Formulierungen.

4.
Wie viele Seiten lest ihr im Durchschnitt in einem Monat? 

Das kann ich nicht beantworten, denn ich zähle die Seiten ja gar nicht nach. Auch wenn ich ansonsten eher ein Zahlenmensch bin, empfinde ich dafür überhaupt keine Notwendigkeit. Für mich zählt in erster Linie die Anzahl der gelesenen Bücher und der Spaßfaktor beim Lesen. Das Zusammenrechnen der Seitenzahlen würde mir nur wertvolle Zeit zum Lesen stehlen.   



Wie sieht es bei euch aus? 

Liebe Grüße
Sommerlese!